Hans Praefke
Ich bin Bildermacher. Fotografieren kann jeder, Bilder machen nicht. Hauptsache also, ein gutes Bild! Aber was ist ein gutes Bild? Mir ist nicht wichtig, wie der Entstehungsprozess heißt: künstlerisch arbeiten, fotografieren, knipsen, ein Bild machen – einerlei… spielt keine Rolle.
Egal, ob ich im Theater arbeite, Mode fotografiere, Menschen porträtiere oder auf der Straße unterwegs bin mit meiner Kamera, immer steht das Bild im Vordergrund, nicht das Thema.
Gute Fotos kommen von Innen, wer gute Fotos machen will, muss sich erinnern können; immer, im Bruchteil einer Sekunde, gibt es eine Berührung und die Notwendigkeit, gerade dann auf den Auslöser drücken zu müssen; Erinnerungen fließen zusammen zu einem einzigen Bild. Ein technikunabhängiger subjektiver und im Unterbewußten ablaufender Prozess; nicht unwichtig, sondern notwendig und unterstützend dabei der Bildaufbau, die Komposition, also die Form.
Ich komme von der Architektur. Es gibt diesen unbedingten Formwillen, den ich gern auch zertrümmern will; ich will das geordnete Chaos.
Seit über dreißig Jahren bin ich jetzt Fotograf. Es ist meine Möglichkeit, mich auszudrücken, meine Möglichkeit, mich immer wieder in Frage zu stellen, mich zu entwickeln, mir Fragen zu beantworten. Viele Jahre Berlin. Vor der Wende vor allem Arbeit für SIBYLLE, DAS MAGAZIN, FÜR DICH, NEUES LEBEN. Dann Paris, London, New York, Wien, Zürich, München und Hamburg. Arbeiten für den Hochglanz. Diese Städte haben meinen Horizont erweitert, mich auch gelassener gemacht. Berlin ist jetzt der Ort, an dem ich mich vervollkommnen will. Vielleicht weiß ich dann tatsächlich irgendwann, was ein gute Bild ist.
